Waldschutz – Bündnis von Mensch und Natur

Die Stiftung schützt 350 Hektaren Savannenwald, der zwei Familien gehört und Tobé heisst. Es werden Jungbäume gepflanzt und Wege gepfadet, die bei einem Brand auch als Feuerschneisen dienen. Anfänglich wurde Karin Ostertag von zwei, inzwischen altershalber verstorbenen Bodenbesitzern, unterstützt. Die neue Generation hat sich in einem Verein zusammengeschlossen, um den Waldschutz effizient zu betreiben. Heute gibt es sogar eine Baumschule mit einheimischen, vom Verschwinden bedrohten Sorten, die von den jüngeren Familienmitgliedern unterhalten wird.

Der gesunde, energiegeladene Wald ergänzt die anderen Arbeiten der Stiftung – die Bienenzucht und die Bildung – sinnvoll. Dank ihm greifen die von der Stiftung eingeführten Tätigkeiten ineinander und fördern sich gegenseitig. 350 Hektar dürfen wachsen, geben Schatten und Kraft. Die jüngeren Familienmitglieder schneiden die Wege frei, legen vor der Trockenzeit Feuerschneisen, betreiben eine Baumschule mit selten gewordenen Bäumen, pflanzen und unterhalten sie. Die Stiftung bezahlt die Jugendlichen dafür. Die Frauen holen totes Holz für ihre Arbeiten. Heilerinnen und Heiler finden Pflanzen für ihre Medizin. Die Bienen suchen morgens und abends den Nektar von den duftenden Blüten. Dank dem Tobéwald erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass ein Wald Leben bringt und erhält. So profitieren alle vom Waldschutz. Bei jährlichen Ritualen werden die Ahnen gerufen. Die Familienmitglieder sitzen zusammen, und Jung und Alt tauscht sich dabei aus. Die Ritualplätze im Wald helfen, die Kultur zu erhalten – auch das verstärkt den Waldschutz. Wächter, die im Wald wohnen, kontrollieren, ob die Gesetze eingehalten werden: Keine Fallen? Keine Schüsse? Keine Baumsägen? Keine Felder? Kein Feuer? Keine Lastwagen, die die Wege benützen?

Auch für Exkursionen mit den Familien der Grundbesitzer in gemeinschaftlich bewirtschaftete Wälder in weiteren Regionen Benins benötigt die Stiftung Geld: es ist wichtig, dass junge Menschen Anderes ausserhalb ihres Dorfes entdecken und verstehen, wenn sie Visionen für ihre Zukunft entwickeln sollen.

Man hört einen Baum fallen, aber nicht den Wald, der wächst!