Über die Stiftung – langjährige Erfahrung, jugendliches Engagement

Die Stiftung «Hilfe zur Selbsthilfe in Tobé/Benin» wurde 1999 in der Schweiz gegründet und 2007 erstmals auch in Benin offiziell anerkannt. Für Karin Ostertag, Gründerin und Geschäftsführerin, war es wichtig, dass ihre Arbeit sowohl in der Schweiz als auch in Benin staatlich anerkannt ist. Im Jahr 2023 wurde die Anerkennung der Stiftung durch das beninische Aussenministerium zum dritten Mal erneuert.

Stiftungsziele

1. Die ökologische Bewirtschaftung des Tobéwaldes und anderer beninischer Wälder
2. Die Förderung der Imkerei als gewinnbringender Begleiter des Waldschutzes
3. Die kreative und kulturbezogene Schulung von Kindern

Organisation

Die Stiftung wird von einem Stiftungsrat getragen und durch engagierte Spenderinnen und Spender (Privatpersonen und Organisationen) finanziert. Im Jahr 2017 erfuhr der Stiftungsrat eine Verjüngung, die mit der neuen Präsidentin und ehemaligen Praktikantin, Barbara Dankwa-Egli, fortgeführt wurde. Dies kommt den Arbeiten vor Ort mit vielen Jugendlichen entgegen. Das Erfahrungswissen bleibt gleichzeitig erhalten!

Mitwirkende

Karin Ostertag, die Geschäftsführerin, reiste erstmals in den 80er-Jahren nach Benin. Heute lebt sie sowohl in der Regierungsstadt Cotonou als auch in Koko, einem Dorf mit Yoruba-Kultur, das in der Region Bantè und rund 360 Kilometer Inland liegt. Koko zählt zirka 8000 Einwohnende, die grösstenteils selbstversorgende Bäuerinnen und Bauern sind. Zusammen mit den ansässigen Landbesitzenden engagiert sich Karin Ostertag für den Schutz und Erhalt des Tobéwaldes. Die Einführung der modernen Bienenzucht erhöht das Einkommen der Imkerinnen und Imker – und trägt gleichzeitig zum Schutz des Waldes bei. Nach 26 Jahren ist die erste Generation von Mitarbeitenden herangewachsen: selbstständig, verantwortungsbewusst und lokal verankert. Mit ihrer Unterstützung kann Karin Ostertag nun gemeinsam kleine, lokale und direkte Entwicklungszusammenarbeit in ganz Benin betreiben.

Rodrigue Castro Gbedomon stammt aus jener Region in Benin, die die Gründung der Tobé-Stiftung inspiriert hat. Seine Eltern – frühe Unterstützer der Stiftungsidee – vermittelten ihm eine Erziehung, die vom Respekt gegenüber der Umwelt und den afrikanischen Traditionen geprägt war. Dank der Unterstützung der Stiftung setzte Rodrigue Castro Gbedomon sein Studium der Umweltwissenschaften fort und erwarb später einen Doktortitel in Managementwissenschaften für natürliche Ressourcen und Biodiversität. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Genf. Rodrigue Castro Gbedomon beteiligt sich aktiv an den Projekten der Stiftung. Er bringt sein Fachwissen im Umweltbereich ein und trägt zur Konzeption, Durchführung und Bewertung von Projekten bei. Sein Bestreben ist es, in seine Heimat zurückzukehren und die Arbeit der Stiftung fortzusetzen.

Der Stiftungsrat, bestehend aus Barbara Dankwa-Egli, Claire Karrer, Annina Ostertag und Silvana Weber, verantwortet die strategische und organisatorische Leitung der Stiftung in der Schweiz. Die Tätigkeitsbereiche der vier Stiftungsrätinnen umfasst das Bekanntmachen der Stiftung, das Knüpfen von Kontakten, die Spendensuche, die Buchhaltung, Korrespondenz und die Herausgabe des Jahresberichts. Alle Mitglieder des Stiftungsrates engagieren sich ehrenamtlich.


Karin Ostertag


Claire Karrer


Rodrigue Castro Gbedomon


Annina Ostertag


Barbara Dankwa-Egli


Silvana Weber

In Erinnerung

Zusammen mit ihrem Mann, Fritz Ostertag, hat Ruth Ostertag die Stiftung in der Schweiz im Jahre 1999 gegründet. Während 18 Jahren war sie mit viel Herzblut und grossem Engagement Stiftungsratspräsidentin. Als Stiftungsrätin blieb sie der Stiftung bis ins hohe Alter treu und war bei administrativen Aufgaben oder Spendenanfragen sehr aktiv. Im Dezember 2023 hat sich ihr Lebenskreis geschlossen und wir mussten von ihr Abschied nehmen. Die Stiftung wird in ihrem Sinne weitergeführt.

Wenn der Trommler den Rhythmus wechselt, wechselt der Tanz.

Hintergrundinformationen zu Benin

Benin zählt heute über 14 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Das Land verfügt über keine Bodenschätze. Die Wirtschaft stützt sich hauptsächlich auf die Landwirtschaft, den Hafen von Cotonou und den Tourismus. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, die grösstenteils in traditioneller Hackbauweise betrieben wird. Angebaut werden vorwiegend Mais, Sorghum, Maniok, Yamswurzel, Süsskartoffeln, Hülsenfrüchte und Baumwolle. Zu den traditionellen Feldfrüchten kommen Cashew, Palmkerne und Ananas hinzu.

Unter westlichem Einfluss wachsen die Städte und Agglomerationen rasant. Das Ziel der Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe in Tobé/Benin ist, möglichst viele bezahlte Arbeitsplätze in Koko und Umgebung zu schaffen und zu erhalten, um die Abwanderung in die Städte zu vermindern. Im Dorf ist ein gutes Leben möglich, wenn die allgemeine Bildung mit modernem Bewusstsein gefördert wird.

Religiös ist Benin vielfältig geprägt: Neben dem Christentum und dem Islam bekennen sich viele Menschen zu traditionellen Glaubensformen. Offiziell bekannten sich in der letzten Volkszählung rund 18 Prozent zur Voodoo-Religion, Benin gilt als Wiege dieser Religion.

Früher hiess das Land Dahomey – benannt nach dem gleichnamigen historischen Königreich der Fon-Kultur, das bis zur Eroberung durch die Franzosen Ende des 19. Jahrhunderts den südlichen Teil des heutigen Benin umfasste. Am 1. August 1960 erlangte das Land als «Republik Dahomey» die Unabhängigkeit. Von 1975 bis 1990 hiess das Land unter diktatorischer Herrschaft «Volksrepublik Benin». 1990 wurde auf friedlichem Weg die Demokratie eingeführt und das Land zu «Republik Benin» umbenannt. Seit 2002 befindet sich die Republik Benin in einem Dezentralisierungsprozess, bei dem Gemeinden und Dörfer – wie Koko – verstärkt Verwaltungsverantwortung in der lokalen Verwaltung übernehmen.

Quelle (auszugsweise): Wikipedia


Geografische Lage in Afrika


Koko in Benin

Erst wenn er die Flügel ausbreitet, ist der Vogel gross.